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Allgemeine Fragen

Was ist BAföG?

BAföG ist die Abkürzung für das Bundesausbildungsförderungsgesetz und wird umgangssprachlich gebraucht für die seit dem Jahr 1971 bestehende staatliche Unterstützung für Studierende. Sie besteht in der Regel zur einen Hälfte aus einem Zuschuss und zur anderen Hälfte aus einem unverzinslichen Staatsdarlehen.

Die eine Hälfte der Förderung wird den Studierenden damit geschenkt, die andere Darlehenshälfte muss nach dem Studium zurückgezahlt werden, dies jedoch unverzinst. Dabei gilt: Den Darlehensteil Ihrer BAföG-Forderung müssen Sie erst ca. fünf Jahre nach Ablauf der Förderungshöchstdauer in Raten von mindestens 105 € erstatten. Zudem ist die Darlehensschuld derzeit auf insgesamt 10.000 € gedeckelt. 

Wer bekommt BAföG?

BAföG ist eine Sozialleistung und wird gewährt, wenn die finanziellen Verhältnisse der Eltern nicht ausreichen, um die Ausbildung zu finanzieren. Die Ausbildung an sich muss dabei förderungsfähig sein.

Hierbei gilt: Eine erste Ausbildung ist in der Regel förderungsfähig, meist auch der zweite Bildungsweg und eine daran anschließende Ausbildung. Ein Masterstudiengang wird insbesondere dann gefördert, wenn er auf einem abgeschlossenen Bachelor-Studiengang aufbaut und kein anderer Hochschulabschluss vorliegt.

Studierende dürfen zu Beginn der Ausbildung das 30. Lebensjahr und bei Masterstudiengängen das 35. Lebensjahr nicht vollendet haben, um BAföG zu erhalten.

Wieviel BAföG gibt es?

Die Höhe der Förderung hängt sowohl vom Einkommen der Eltern, des Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners als auch vom Einkommen und dem Vermögen des Auszubildenden und seinem gesetzlich normierten Bedarf ab.


Grundsätzlich gilt: Der Regelsatz (Grundbedarf plus Unterkunft) bei einem Auszubildenden, der noch bei den Eltern wohnt, und einem Auszubildenden mit eigener Wohnung und Hausstand, ist unterschiedlich hoch.

BAföG-Bedarfssätze (ab WS 16/17)
Studierende in Deutschland bzw. EU-Ausland
außerhalb wohnend bei Eltern wohnend
Grundbedarf
(Grundbedart und Wohnpauschale)
649 € 451 €
Durchlaufende Posten:    
Krankenversicherung (gesetzl. KV) 71 € 71 €
Pflegeversicherung 15 € 15 €
Maximalförderung 735 € 537 €

Der Förderungshöchstbetrag liegt somit bei 735 Euro. Auszubildende mit Kindern können zusätzlich einen Kinderbetreuungszuschlag erhalten. Er beträgt monatlich 130 € für jedes Kind (bei Zusammenleben mit mindestens einem eigenen Kind, das das zehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat).

Vom Einkommen und Vermögen des Auszubildenden, beziehungsweise vom Einkommen der unterhaltspflichtigen Personen (Eltern, Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner) können darüber hinaus diverse Freibeträge abgezogen werden. Dies hängt unter anderem vom Familienstand der Eltern und der Zahl der Geschwister sowie deren Ausbildungsart ab.

Maßgeblich für die Berechnung des BAföG sind die Einkommensverhältnisse der Eltern/Ehegatten im vorletzten Jahr vor Beginn des Bewilligungszeitraumes. Beispiel: Beginn des Bewilligungszeitraumes 1. Oktober 2013 = Einkommensverhältnisse Kalenderjahr 2011.

Was passiert bei einem Fachrichtungswechsel?

Durch einen erstmaligen Fachrichtungswechsel bis zum Ende des 3. Fachsemesters erlischt der BAföG-Anspruch nicht, wenn ein ‚‚wichtiger Grund’" vorliegt.

Ein unabweisbarer Grund ist zudem grundsätzlich immer zu berücksichtigen, also auch nach dem 3. Fachsemester. Darunter versteht man einen objektiven Grund für den Fachrichtungswechsel, beispielsweise eine dauerhafte körperliche Einschränkung eines Sportstudenten nach einem Unfall. 

Angerechnete Fachsemester von einem zum anderen Fachbereich werden gegebenenfalls auf die Förderungshöchstdauer angerechnet.

Wie lange bekomme ich BAföG?

Ausbildungsförderung wird nach schriftlichem Antrag vom Beginn des Monats an gewährt, in dem die Ausbildung tatsächlich aufgenommen wird. Das ist in der Regel der Beginn der Vorlesungen.

Frühestens wird Ausbildungsförderung jedoch vom Beginn des Antragsmonats an gezahlt. Wer seinen Antrag zu spät stellt, verliert Leistungen, die ihm bei rechtzeitiger Antragstellung zugestanden hätten.

Die Förderung endet mit dem Bestehen der Abschlussprüfung, dem Abbruch der Ausbildung oder mit Erreichen der Förderungshöchstdauer. Die Förderungshöchstdauer entspricht der Regelstudienzeit, die in der Studienordnung für Ihren Studiengang von der Hochschule festgelegt wurde.

Eine Förderung über die Regelstudienzeit hinaus kann in gesetzlich festgeschriebenen Ausnahmefällen für Studienzeit verzögernde Zeiträume gewährt werden, beispielsweise für die Erziehung eines Kindes oder die Arbeit in einem Hochschulgremium als gewähltes Mitglied.

Bekomme ich auch im Ausland BAFöG?

Für ein Studium im Ausland gibt es die Möglichkeit des Auslands-BAföG. Hierfür sind spezielle Ämter zuständig. Die jeweilige Adresse - abhängig von dem Land, in dem Sie studieren möchten - erfahren Sie bei Ihrem zuständigen Sachbearbeiter oder unter www.bafoeg.bmbf.de 

Weitere Förderungsmöglichkeiten bei einem Auslandsaufenthalt

Besteht kein Anspruch auf Förderung nach BAföG, können Informationen über die Vergabe von Stipendien beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (www.daad.de), Kennedyallee 50, 53175 Bonn, und bei den Akademischen Auslandsämtern der Hochschulen (www.hochschulkompass.hrk.de) unter "Hochschulen" angefordert werden. Weitere Informationen gibt es beim Bundesministerium für Bildung und Forschung, 53170 Bonn (www.bmbf.de).

Wann muss BAföG zurückgezahlt werden?

Das Bundesverwaltungsamt ist für die Einziehung des Darlehens zuständig. Die Rückzahlung des Darlehensanteils beginnt 5 Jahre nach dem Ende der BAföG - Förderungshöchstdauer (nicht nach dem Ende des Studiums) und dauert längstens 20 Jahre. Etwa ein halbes Jahr vor Beginn der Rückzahlungspflicht wird die Höhe der Darlehenssumme sowie der Rückzahlungsbeginn mitgeteilt.

BAföG wird zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen gewährt. Das zurückzuzahlende Darlehen ist auf maximal 10.000 € gedeckelt. Die Höhe der monatlich zurückzuzahlenden Raten liegt in der Regel bei 105 €. Auf Antrag, der innerhalb eines Monats nach dem Erhalt des Rückzahlungsbescheides zu stellen ist, gibt es unterschiedliche Darlehenserlasse, beispielsweise für ein besonders schnelles, erfolgreiches Studium oder bei vorzeitiger Rückzahlung, ähnlich bei Kindererziehung. Die Rückzahlung ist einkommensabhängig, das heißt Geringverdiener können von der Rückzahlung freigestellt werden.

Adressen- und Namensänderungen müssen dem Bundesverwaltungsamt gemeldet werden, und zwar auch schon vor Erhalt des Rückforderungsbescheides (BVA, 50728 Köln; bafoegnoSpam@bva.bundnoSpam.de).

Was ist elternunabhängiges BAföG?

In Ausnahmefällen ist eine elternunabhängige Förderung möglich.
Die einzelnen Voraussetzungen hierzu lauten:

  • Der Studierende war nach Vollendung des 18. Lebensjahres und bis zum Beginn des Studiums insgesamt 60 Monate erwerbstätig, wobei Berufsausbildungszeiten nicht berücksichtigt werden. Erwerbstätig heißt, dass Sie so viel verdient haben müssen, dass Sie sich ohne Inanspruchnahme der Eltern selbst unterhalten konnten (aktuell 614,40 € monatlich - Stand: 11/2008). 
  • Der Studierende war nach dreijähriger Berufsausbildung mindestens drei Jahre Erwerbstätig; zusammen mit der Ausbildung muss eine Zeitspanne von mindestens 6 Jahren vorliegen.
  • Der Studierende ist bei Beginn des Ausbildungsabschnitt über 30 Jahre alt und weitere Voraussetzungen werden erfüllt - befragen Sie hierzu Ihren Sachbearbeiter.

Bei elternunabhängiger Förderung sind Einkommenserklärungen der Eltern nicht mehr erforderlich. Das Einkommen des Ehegatten wird aber immer angerechnet.